SKF-Wendland84er mit Deutscher Langstrecken-Meisterschaft 2005
Täubrecht und Neuling spurten am besten - Teilnehmerrekord
boick/königshorst/25. Juli. Zum fünften Mal hat die IGAS Wendland in Prezelle die deutschen Langstrecken-Meisterschaften der Speedskater ausgetragen. Und zum fünften Mal ist es dem Organisationsteam und den über 200 Helfern aus den sieben Dörfern, durch die der 22,7-Kilometer-Rundkurs des 8. SKF-Wendland84ers führt, gelungen, fast 700 Inlineskater aller Leistungsklassen mit der besonderen Atmosphäre dieses Dorfrennens durch den Osten des Landkreises Lüchow-Dannenberg zu begeistern. „Einmal im Jahr ist Prezelle das Mekka der deutschen Speedskater“, dankte Axel Enderes von der Sportkommission Speedskating des DRIV den Organisatoren für eine gelungene deutsche Langstrecken-Meisterschaft. Das hatten die fast 700 Teilnehmer im voll besetzten Fastzelt schon zu Beginn der Siegerehrung mit spontanen Applaus getan. Glück hatten Skater und Helfer mit dem Wetter. Nach Dauerregen in der Woche vor dem Rennen und Nieselregen beim Aufbau, waren die Witterungsbedindungen am Sonntag mit Sonnenschein optimal.
Auch sportlich setzten die Titelkämpfe bei ihrer fünften Austragung in Prezelle einen neuen Höhepunkt. Die gesamte 35-köpfige Spitzengruppe unterbot den alten deutschen Rekord von Christian Domscheid aus dem Jahr 2003 um fast eine Minute. Den Spurt um den Titel der Männer gewann Patrick Täubrecht von der TSG Dessau sicher in 2:24:20,1 Std. vor den beiden M30ern Oliver Engel (Gülser-Mosel-Skater) und Dirk Hupe (SFC Rheinstetten). Engel tröstete sich mit dem Titel in der M30 und einem neuen deutschen Rekord in seiner Altersklasse. Die anfangs über 40-köpfige Spitzengruppe der gemeinsam gestarteten Aktiven und M30 absolvierte die ersten drei Runden mit hohem Tempo. Den ersten Halbmarathon absolvierte sie in weniger als 34 Minuten, die offizielle Marathon-Zwischenzeit erreichte der Spitzenpulk nach etwas mehr als 1:09 Stunden. Alle Ausreißversuche auf der zweiten Streckenhälfte blieben danach erfolglos.
Bei den Frauen war das Tempo nicht so hoch wie in den vergangenen Jahren. Auch die Attacken der derzeit wohl besten deutschen Marathon-Skaterin Michaela Heinz-Gerten aus Nürnberg blieben erfolglos. Deshalb erreichte eine 21-köpfige Spitzengruppe den letzten Kilometer vor dem Ziel. Ihrer Chancen auf den Gesamtsieg wurden gleich ein halbes Dutzend Mitfavoritinnen etwa 400 Meter vor dem Ziel durch einen Sturz beraubt, als sich der Barclaycard-Zug mit Michaela Heinz-Gerten an die Spitze setzen wollte. Heinz-Gerten, Stephanie Pipke, Sabrina Rossow, Maike Exterkate und Friederike Gehring lagen auf dem Asphalt. Den Spurt gewann die Sprinterin Franziska Neuling von Blau-Weiß Gera in 2:45:45,75 Std. knapp vor Simone Kohls (TuS Holtenau-Kiel) und Jenny Berndt (Freiburger TS). In der W30 trat die bisher selten in Erscheinung getretene Nina Mutz (BG Groß-Gerau) die Nachfolge von Stephanie Pipke an, die schon vier Mal hintereinander den DM-Titel in der W30 gewonnen hatte. Auch die neue deutsche Meisterin der W40, Anke Biel vom SC DHfK Leipzig, überquerte in der Spitzengruppe die Ziellinie in Prezelle. Einzige erfolgreiche Titelverteidiger bei den Frauen ist Karin Schult-Ufferhusloh vom OSC Leer, die sich über 2:59:32 Stunden in der W50 freute.
Auch bei den Senioren drehte ein großer Pulk gemeinsam seine Runden. Die nicht einmal halbherzigen Attacken an der Spitze reichten nicht aus, um die Gruppe entscheidend zu verkleinern. Den Spurt gewann ganz sicher Roland Fischer vom TS Bayreuth in 2:35:17,8 Std., der sich damit den Titel in der M40 holte. In der M50 gewann Walter Liebertz (ST Celle) zum dritten Mal die Meisterschaft in dieser Altersklasse vor dem Titelverteidiger Albrecht Bauer (SC Schwenningen). In der M60 verbesserte Hartmut Jahnke vom Wilhelmshavener SSV als neuer deutscher Meister in 2:44:31,35 Std. den deutschen Rekord um über fünf Minuten. Erstmals wurde ein Titel in der M70 vergeben. Dieter Starke holte in für einen 70-jährigen erstaunlich schnellen 3:04 Stunden diese Meisterschaft für die Veranstalter von der IGAS Wendland.
Für Diskussionsstoff sorgte wieder das leidige Thema Windschattenfahren von Frauen in Männerpulks. Um das zu unterbinden, wäre zehn oder noch mehr Schiedsrichter auf Motorrädern notwendig. Es ist einfach schwer zu lösen.
Hier die Medaillengewinner der deutschen Meisterschaft:
# Männer: Hauptklasse: 1. Patrick Täubrecht (TSG Dessau) 2:24:20,1 Std. (DR), 2. Enrico Würfel (SCC Berlin) 2:24:20,9 Std., 3. Sebastian Rehse (TS Lübeck) 2:24:21,35 Std.
M30: 1. Oliver Engel (Gülser-Mosel-Skater) 2:24:20,4 Std. (DR M30), 2. Dirk Hupe (SFC Rheinstetten) 2:24:20,5 Std., 3. Jörg Wecke (ST Celle) 2:24:21,0 Std.
M40: 1. Roland Fischer (TS Bayreuth) 2:35:17,8 Std., 2. Alfred Brüschke (Ruhr Boss 03) 2:35:19,5 Std., 3. Thomas Ladener (CST Köln) 2:35:19,7 Std.,
M50: 1. Walter Liebertz (ST Celle) 2:35:22,6 Std., 2. Albrecht Bauer (SC Schwenningen) 2:35:22,65 Std., 3. Reinhold Marsollek (Ruhr Boss 03) 2:35:22,95 Std.
M60: 1. Hartmut Jahnke (Wilhelmshavener SSV) 2:44:31,35 Std. (DR M60), 2. Peter Scholz (DIV Olching) 2:48:13,7 Std., 3. Dietrich Busch (Großenhainer RSV) 2:48:20,1 Std.
M70: 1. Dieter Starke (IGAS) 3:04:00,85 Std. (DR M70), 2. Martin Ruhtz (TSV BW Schwedt) 3:50:25,8 Std., 3. Manfred Peters (IGAS) 4:04:39,8 Std.
Frauen: Hauptklasse: 1. Franziska Neuling (BW Gera) 2:45:45,75 Std., 2. Simone Kohls (TuS Holtenau-Kiel) 2:45:45,80 Std., 3. Jenny Berndt (Freiburg TS) 2:45:45,9 Std.
W30: 1. Nina Mutz (BG Groß-Gerau) 2:45:46,05 Std., 2. Maike Carter (TuS Holtenau-Kiel) 2:45:46,05 Std., 3. Sylvia Ordowski (IC Hannover) 2:45:46,75 Std.
W40: 1. Anke Biehl (SC DHfK Leipzig) 2:45:48,55 Std., 2. Karin Stangl (ISC Regensburg) 2:46:10,6 Std., 3. Bettina Ittner (SCC Berlin) 2:49:10,45 Std.
W50: 1. Karin Schult-Uffershusloh (OSC Leer) 2:59:32,1 Std., 2. Gudrun Feldenz (TSV B 04 Leverkusen) 3:07:33,35 Std., 3. Angelika Gradert (ST Celle) 3:17:35,8 Std.

 


Die Organisatoren von der IGAS Wendland freuen sich über einen neuen Teilrekord. Von den 737 gemeldeten Sportlern traten 673 an. Beim Doppelmarathon 43 Skater beim Marathon gaben 11 Skater auf. Dass gerade die langen Strecken bei den deutschen Skaterinnen und Skatern gut ankommen, zeigt der neue Teilnehmerrekord von 435 Männer und Frauen beim Doppelmarathon. Auch die Verteilung der 30 Medaillen auf 23 Vereine ist ein Indiz für die große Beliebtheit der Langstrecke. Erstaunlich ist auch, dass bei den Langstrecken-Meisterschaften in Prezelle mit 69 Skaterinnen und 270 Skatern deutlich mehr Sportler um die Titel kämpften als bei der Marathon-DM (44/177) und bei der Halbmarathon-Meisterschaft (74/200).
Hier die Teilnehmerstatistik:

			gestartet	gefinisht
84,39 km DM Männer		272	247 (91 %)
84,39 km DM Frauen		68	62  (91 %)
84,39 km Fit Männer		71	63  (89 %)
84,39 km Fit Frauen		22	20  (91 %)
84,39 km gesamt		435	392 (90 %)

42,195 km Männer		116	108  (93 %)
42,195 km Frauen		59	56  (95 %)
19,5 km Männer		14	14 
19,5 km Frauen		32	32
16,1 km Jungen		12	12
16,1 km Mädchen		5	5

Männlich gesamt		485	444 (91 %)
Frauen gesamt		186 (27 %)	160 (93 %)

gesamt			673	619 (92 %)

Jedenfalls zeigen die Resonanz und die Leistungssteigerungen, dass die deutsche Langstreckenmeisterschaft ihren Platz im Gefüge der deutschen Meisterschaften gefunden hat. Wir als Veranstalter hoffen natürlich, dass es den Skaterinnen und Skatern nicht langweilig wird, diese Titelkämpfe immer in Prezelle auszufahren.
Leider ist der Asphalt seit dem ersten Wendland84er vor vier Jahren nicht besser geworden. Die Organsiatoren hoffen für einige Streckenpassagen auf neuen Asphalt.
Kein Problem gab es wieder mit der Versorgung auf der Strecke, Gut 100 Helfer und Helferinnen in sechs der den sieben Dörfer, durch die die 22,7-km-Runde führt, gut im Griff.
Auch die Verpflegung im Ziel mit vielen Getränken und dem kostenlosen Kuchenbüfett kam bei den Skatern gut an. Ein erster Höhepunkt war am Vorabend schon die Nudelparty gewesen, bei der sich im Zelt unter den Eichen in der Ortsmitte von Prezelle an die 400 Skater und gut 200 Helfer und Helferinnen getroffen haben. Bis spät in den Abend genossen viele die angenehme Atmosphäre auf dem Dorfplatz. Das DRK-Küchenteam kocht 110 kg Nudeln und gab 1000 Portionen auf kompostierbaren Tellern aus.
Die Zeitmessmatte am Marathonstart diente nicht der Startkontrolle, sondern nur für die Zeitnahme offizieller Marathon-Ergebnisse. Es gab also nur Bruttozeiten. 43 Skater skateten in Prezelle den ersten Marathon in etwas mehr als 1:09 Std. Nur der GBC-Marathon in Jever war in dieser Saison in Deutschland deutlich schneller. Viele Skater freuten sich über neue Marathon-Bestzeiten.
Obwohl die Skater und Skaterinnen in mehreren Blöcken auf die Strecke geschickt wurden, gab es große Pulks und dadurch bedingt an die 20 Stürze. Einige davon führten zu schwereren Verletzungen. Die Sanitäter und der Rennarzt zählten 47 Verletzte. Die Schlimmsten waren ein Verdacht auf Schädel-Hirn-Traum, zwei Schulterbrüche, eine schlimmere Knieverletzung und ein offener Fingerbruch. Für diese Sportler endete der SKF-Wendland84er leider im Krankenhaus.
Bei der Siegerehrung gab es nicht nur Applaus für die Medaillengewinner der DM, sie erhielten zudem Glaskristalle mit Gravuren zur Erinnerung. Die Sachpreise wurden wieder unter allen Teilnehmern verlost. Viel besser bestückt war die Tombola für die Helfer und Helferinnen, von denen fast jeder einen Preis bekam. Herzlich gedankt sei hier Werner Kaminski vom speedteam alzenau, der Dutzende Preise für die Helferverlosung spendiert hatte.
Daneben ging die Siegerehrung der Landesmeisterschaft, weil bei der Auswertung die Wertungsregel in Niedersachsen nicht beachtet worden ist und deshalb viel zu viele Medaillen ausgeteilt wurden. In Absprache mit dem Landesverband behalten die Skater aber die Medaillen. Hier die korrekten Ergebnisse:
Die Medaillengewinner der LM:
Männer Gesamt: 1. Jörg Wecke (ST Celle) 2:24:20,0 LR Mä, M30; 2. Dennis Lattacz (MTV Hildesheim) 2:24:21,65, 3. Arnold Makarewis (IC Hannover) 2:24:23,65
M30: 1. Wecke, 2. Lattacz, 3. Bert Burmester (TV Uelzen) 2:24:25,6
M40: 1. Thomas Rumpf (ST Celle) 2:35:22,2
M50: 1. Walter Liebertz (IGAS) 2:35:22,6, 2. Dierk Ufferhusloh (OSC Leer) 2:35:23,3, 3. Rainer Rudolph (ST Celle) 2:35:24,35
M60: 1. Heinz-Peter Kattau (RSC Emden) 2:47:42,9 LR M60, 2. Hartmut Jahnke (SSV Wilhelmshaven) 2:54:24,00, 3. Heinrich Kohlrust (ST Celle) 3:26:12,7
Frauen: 1. Colette Becker (ST Celle) 2:48:15,6 LR W, W30, 2. Marleen Krümpelmann (IC Hannover) 2:48:54,2, 3. Sylvia Ordowski (IC Hannover) 2:48:55,1
W30: 1. Colette Becker (ST Celle) 2:48:15,6 LR W, W30, 2. Sylvia Ordowski (IC Hannover) 2:48:55,1
W50: 1. Liane Witt (IGAS) 2:53:10,2 LR W40, W50, 2. Brigitte Weigel (ST Celle) 3:39:41,25, 3. Arnhild Grünberg (IGAS) 3:37:52,15
Hier gibt es die Ergebnisse des Doppelmarathons mit den Ausgeschiedenen: Männer / Frauen (mit Fitnessklasse) / Männer


Note 1,49 und dritter Platz für den SKF-Wendland84er
boick/königshorst/25. März. Der SKF-Wendland84er ist von den Leserinnen und Lesern des skate-In-Magazins zum drittbesten deutschen Speedskating-Rennen 2004 gewählt worden. Darauf sind wir als Organisatoren natürlich stolz, auch wenn wir schon vorher wussten, dass wir mit unserem Veranstaltungskonzept gut ankommen. Unser Rennen bekam in einem Notenspektrum von 1 bis 5 die Gesamtnote 1,49. Wir liegen damit nur um 0,08 Notenpunkte hinter dem Sieger, dem A-Klasse-Inline-Rennen in Rastatt, und noch knapper hinter der Inline Challenge in Hüfingen (1,46).
Diese Gesamtnote setz sich aus 12 Einzelwerten zusammen. Bei uns streuen die Noten der 19 Bewerter und Bewerterinnen zwischen 1,2 und 2,1. Die besten Noten (1,2) erhielt der SKF-Wendland84er bei den Kriterien "Die Veranstaltung im Gesamten", "Rahmenprogramm" und "Preis/Leistung". Am schlechtesten schnitten wir mit 2,1 bei den "Informationen im Vorfeld" ab und bei der "Kontaktaufnahme mit dem Veranstalter/z.b. Reaktionen auf Rückfragen" mit der Note 1,8. Nicht bewertet wurde ein für uns wichtiger Punkt: die Zufriedenheit und Athmosphäre unter allen bei der Veranstaltung Mitwirkenden. Uns ist es sehr wichtig, dass auch alle Helfer und Streckenposten einen schönen Tag verleben.
Natürlich war diese Umfrage nicht repräsentativ, insgesamt gingen beim Skate-In-Magazin 549 Bewertungen ein, von denen 63 nicht verwertet wurden. Insgesamt 39 Veranstaltungen wurden bewertet, von denen nur die 21 in die Rangliste aufgenommen wurden, die mehr als 15 Bewertungen hatten. Es gingen also 21 Veranstaltungen nicht in die Bewertung.
Für uns als Organisatoren und Veranstalter ist die tolle Bewertung zusätzliche Motivation, Ende Juli wieder ein tolles Rennen auf die Beine zu stellen. Unser Organisationsteam hat fast die gleiche Zusammensetzung. Die ersten Vorbereitungen haben schon begonnen. Im April geht es dann wieder los.
Hier unsere Noten für die einzelnen Kategorien:
Die Veranstaltung im Gesamten 1,2
Rahmenprogramm 1,2
Preis/Leistung 1,2
Infrastruktur vor Ort/Verpflegung und Getränke 1,3
Streckenkennzeichnung Kurven, Abfahrten, Schienen 1,4
Qualität der Zeitmessung 1,4
Startprozere/Startaufstellung 1,5
Anmeldeprozedere im Vorfeld und vor Ort 1,6
Strecke an sich, Belag, Gefahrenstellen, Breite, Sicherung 1,6
Verfügbarkeit der Ergebnisse 1,6
Kontaktaufnahme mit dem Veranstalter/z.b. Reaktionen auf Rückfragen 1,8
Informationen im Vorfeld 2,1
Gesamtnote 1,49