Deutsche Doppelmarathon-Meisterschaft in Prezelle am 12. August


Andruleit und Gehring erste Deutsche Doppelmarathon-Meister

boick/königshorst/13.8. Andreas Andruleit und Friedericke Gehring (bei Salomon) heißen die ersten Deutschen Doppelmarathon-Meister. Während der 38-jährige Kieler nach 2:26:21beim 4. e-biss-Wendland84er in Prezelle nicht mehr um den Titel zu spurten brauchte, stand Gehring erst nach der Auswertung des Zielfoto als erste deutsche Meisterin fest. Sie gewann nach 2:40:44,62 den Spurt um die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde vor Anne Krieg (ERC Homburg). Auch die Dritte Sabine Clas (ebenfalls vom Salomon-Team) lag in 2:40:44,83 ebenso wie Ann-Kathrin Heinze (Rollerblade) als Vierte (2:40:45,14) nicht weit zurück.
Auf dem schnellen 22,7-km-Rundkurs durch den Osten des Landkreises Lüchow-Dannenberg machten sich die beiden Salomon-Skater Andruleit und Thilo Bock schon nach 4 km davon. Nur der Däne Steven Madsen und Tobias Heinze (Rollerblade) konnten dem Duo folgen. Schon dieser Ausreißversuch war vermutlich rennentscheidend, weil Andruleit und Bock dadurch verhinderten, dass sie sich auf einen Spurt um den Sieg mit dem Nationalkaderfahrer Nico Wieduwilt (Rollerblade) einlassen mussten. Das erkannte auch Wieduwilt, zu dem sich sein Teamkollege Heinze wieder hatte zurückfallen lassen. Wieduwilt erledigte 15 km lang selbst einen großen Teil der Verfolgungsarbeit und hätte die Lücke auch fast selbst geschlossen. Doch Andruleit, Bock und Madsen forcierten ihr Tempo und bauten ihren Vorsprung auf dem flachen Kurs weiter aus. Nach etwa 70 km musste Bock einer Attacke von Madsen Tribut zollen und abreißen lassen. Andruleit und der Däne fuhren gegenseitig Attacken, bis beide einsahen, dass der Zielsprint die Entscheidung bringen musste. Was danach aussah, als wenn Madsen Andruleit den Sieg überlassen würde, erklärte der Däne (2:26:21,61) folgendermaßen: Er habe den Eindruck gehabt, dass Andruleit im Spurt mehr Druck hatte und deshalb habe sich aufgerichtet und sei deshalb nicht bis zur Zielmatte gespurtet. Zwei Minuten später überquerte Thilo Bock als Deutscher Vizemeister in 2:28:18,64 die Ziellinie in Prezelle.
Im 17-köpfigen Verfolgerfeld organisierte Michael Kienzle die Taktik des Salomon-Teams, so dass Björm Oltmer 7 km vor dem Ziel erfolgreich aussriss und bis zum Ziel noch eine Minute auf diesen Pulk herausfuhr. Im Spurt ging es auch um die DM-Medaillen in der M30 und die niedersächsische Landesmeisterschaft. Wieduwilt (2:32:06,18) gewann den Zielsprint als DM-Vierter vor Henry Kalbe und Michael Kienzle, dem Vizemeister der M30. Als DM-Siebter gewann Axel Hildebrand (IGAS/Salomon) die Niedersächsische Landesmeisterschaft vor Chris Hurschler (Verducci-Powerslide), der in 2:32:08,39 um zwei Zehntelsekunden an der DM-Bronzemedaille in der M30 vorbeiskatete. Die sicherte sich Jochen Leeder (Rollerblade).
Als DM-15. wurde Ulrich Dotter (LLC Marathon Regensburg) mit 2:32:11 ungefährdet Deutscher Meister in der M40 vor seinem Verienskollegen Giso Merkl. In der M50 siegte überlegen Walter Liebertz (2:39:15,7) von der ausrichtenden IGAS Wendland. In der M60 hatte Rainer Ertel (ST Celle) nach 3:01:53 nur einen Vorsprung von knapp 9 Sekunden vor Heinz-Peter Kattau (RSC Emden/3:02:01).
Die insgesamt 60 Frauen waren in Schletau fünf Minuten nach den Männern gestartet. Aus der zunächst großen Spitzengruppe platzten nacheinander zahlreiche Skaterinnen weg bis acht Frauen übrig blieben. Dieser Pulk halbierte sich später. Das Spitzenquartett fuhr einen Vorsprung von gut eineinhalb Minuten heraus. Als Siegerin der Verfolgergruppe wurde Stephanie Pipke (Salomon) nach 2:42:23,17 ungefährdet deutsche Meisterin in der W30, während Lokalmatadorin Anne Fuhlbrügge-Rode (IGAS) nach 3:10 Std. in der W40 siegte und Susanne Sukrow (SCC Berlin) nach 3:32 in der W50.
Hier die Medaillengewinner der DM:
Männer gesamt: 1. Andruleit 2:26:21, 2. Bock 2:28:18, 3. Björn Oltmer (alle Salomon) 2:31:02
MHauptklasse: 1. Bock 2:28:18, 2. Björn Oltmer (alle Salomon) 2:31:02, 3. Wieduwilt 2:32:06
M30: 1. Andruleit, 2. Kienzle 2:32:07, 3. Leeder 2:32:08
M40: 1. Ulrich Dotter 2:32:11, 2. Giso Merkl (beide Regensburg) 2:39:16, 3. Franz Sengerhoff (Bont-T Kiel) 2:44:01
M50: 1. Walter Liebertz (IGAS Wendland) 2:39:15, 2. Rainer Rudolph (ST Celle) 2:50:21, 3. Eberhard Eschlauer-Hefter (RSC Emden) 2:56:14
M60: 1. Rainer Ertl (ST Celle) 3:01:53, 2. Heinz-Peter Kattau (RSC Emden) 3:02:01, 3. Werner Plaumann (Halstenbeker TS) 3:02:31
Frauen gesamt/WHauptklasse: 1. Gehring 2:40:44,62, 2. Krieg 2:40:44,63, 3. Sabine Clas (alle Salomon) 2:40:44,83
W30: 1. Pipke 2:42:23, 2. Sylvia Ordowski (ERC Hannover) 2:57:07, 3. Sabine Schneider (IGAS) 2:57:08
W40: 1. Fuhlbrügge-Rode (IGAS) 3:10:39, 2. Heike Prochazka (SCC Berlin) 3:12:07, 3. Petra Liebertz (IGAS) 3:12:09
W50: 1. Sukrow (SCC Berlin) 3:32:11, 2. Anrhild Grünberg (IGAS) 3:37:18, 3. Rosemarie Zilm (CST Köln) 3:39:31

Zum Organisatorischen: Die Veranstalter von der IGAS Wendland hatten fast alles im Griff, nur eines nicht: das Wetter. Deshalb waren nicht nur die Gastgeber von der IGAS Wendland und aus dem kleinen Dorf Prezelle froh, dass der eine Stunde vor dem Start einsetzende Nieselregen nur ein kurzes Intermezzo gab. Dass es bei bewölktem Himmel und störendem Wind trocken bleiben würden, damit hatten die Teilnehmer fast nicht mehr zu hoffen gewagt. So konnten die 186 Skater und 60 Skaterinnen den schnellen Kurs mit glattem Asphalt und langen Graden zu schnellen Zeiten nutzen. Viele liefen auf der Doppelmarathonstrecke eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit als vorher bei Marathons, so dass die ersten deutschen Rekorde, die auf der korrekt vermessenen Strecke erzielt wurden, nicht leicht zu brechen sein werden. Weitere 104 Skater und Skaterinnen über 38,9 km und 58 über 16,2 schraubten die Teilnehmerzahl auf 408 Sportler.
Auch das Drumherum mit Nudelparty und Siegerehrung im Zelt auf dem Dorfplatz stimmte. Für fast familiäre Atmosphäre sorgten das Wettkampfzentrum unter Eichen auf dem Dorfplatz und die vielen Bewohner in den Orten an der Strecke, die als Streckenposten fungierten oder Verpflegung und Wasserflaschen reichten. Die deutsche Speed-Vorsitzende Irmelin Otten, die das Rennen auf dem Motorrad verfolgte, forderte die IGAS Wendland bei der Siegerehrung auf, sich wieder um die Austragung der Titelkämpfe im Doppelmarathon zu bewerben.
Etwas unter ging die Siegerehrung der Niedersächsischen Landesmeister. Hier die Medaillengewinner:
Männer gesamt: 1. Axel Hildebrand (IGAS Salomon) 2:32:07, 2. Chris Hurschler (Powerslide-Verducci) 2:32:08,59, 3. Olo Flohr (Powerslide-Verducci) 2:32:08,70
M30: 1. Chris Hurschler (Powerslide-Verducci) 2:32:08,59, 2. Olo Flohr (Powerslide-Verducci) 2:32:08,70. 3. Tommy Ulbrich (Powerslide-Verducci) 2:32:10,9
M40: 2. Uwe Pfaff (SC Rosdorf) 2:46:17
M50: 1. Liebertz (IGAS) 2:39:15, 2. Rainer Rudolph (ST Celle) 2:50:21, 3. Eschlauer-Hefter (RSC Emden) 2:56:14
M60: 1. Ertel (ST Celle) 3:01:53, 2. Kattau (Emden) 3:02:01, 3. Peter Behrens (Emden) 3:13:46
Frauen gesamt: 1. Yvonne Hommel (Salomon/ST Celle) 2:42:25, 2. Ordowksi (ERC Hannover) 2:57:07, 3. Schneider (IGAS) 2:57:08
W30: 1. Ordowski 2:57:07, 2. Schneider 2:57:08, 3. Fuhlbrügge-Rode (IGAS) 3:10:39